Flanierquartier auf Zeit

Das Pilotprojekt wird den alten Volksdorfer Ortskern für acht Wochen umgestalten und ihm in dieser Zeit den Charakter einer Flaniermeile verleihen. Dabei ist Ihre Mitgestaltung gefragt, um eine Flaniermeile zu schaffen, die im Interesse vieler Volksdorferinnen und Volksdorfer ist. Doch woher stammt die Idee der Flaniermeile und wie gestaltet sich der Prozess dieses Pilotprojektes? Hier finden Sie alle wichtigen Fragen und Antworten rund um das Projekt der Flaniermeile Volksdorf, die Ihnen einen breiten Überblick über das gesamte Projekt vermitteln. Erfahren Sie hier auch auf einen Blick, welche Wege der Beteiligung und Mitgestaltung es für Sie gibt.

Allgemeine Informationen

Bereits im Jahr 2007 wurden im „Städtebaulichen Rahmenplan für Volksdorf – Entspanntes Einkaufen zwischen Natur und Kultur“ die erarbeiteten Maßnahmen eines fast dreijährigen Entwicklungsprozesses für die Neu- und Umgestaltung des Volksdorfer Zentrums beschrieben. Um die Aufenthaltsqualität zu steigern und den Einzelhandel zu stärken, wurde in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der den Anteil des Autoverkehrs im Ortskern Volksdorf reduzieren soll. Einige dieser erarbeiteten Maßnahmen wurden im Anschluss verwirklicht. Angestoßen durch das Projekt „Ottensen macht Platz“ im Bezirk Altona wurden weitere Ideen zur Reduzierung des individuellen Autoverkehrs in Volksdorf im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im November 2019 (organisiert durch Bündnis 90/Die Grünen) diskutiert.

In dem im März 2020 veröffentlichten Integriertem Klimaschutzkonzept „Wandsbek Gutes Klima“ wird im Kapitel „Mobilität: Flanierquartiere ermöglichen“ die Bedeutung von Flanierquartieren in Hinblick auf die Reduzierung von Schadstoff- und Schallemissionen sowie der Erhöhung der Aufenthalts- und Lebensqualität in den Quartieren weiter betont. Der Maßnahmenkatalog sieht die Umsetzung eines solchen Flanierquartiers im Volksdorfer Ortskern vor.

Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes des Bezirksamtes Wandsbek testet nun in einem Pilotprojekt mit Bürgerbeteiligung ein erarbeitetes Gestaltungs- und Verkehrskonzept. Im Anschluss wird ausgewertet, ob und wie dauerhafte Veränderungen erfolgen sollen.

Zunächst geht es um die Erhöhung der Aufenthalts- und Lebensqualität im Quartier – die steigende Verkehrsdichte kann gerade in den Einkaufszentren der Stadt verantwortlich sein für eine zunehmend schlechtere Ausgangslagen für Gastronomie und Gewerbe. Neben diesem Aspekt geht es aber auch um die Reduzierung von Schadstoff- und Schallemissionen – und damit um die Gesundheit der Menschen vor Ort. Wie eine Änderung herbeigeführt wird – dabei sollen Bürgerinnen und Bürger mitgestalten und mit entscheiden. Daher geht der Pilotphase ein umfassender Beteiligungsprozess voraus, bei dem ein möglichst breiter Querschnitt aus der Bevölkerung miteinander ins Gespräch kommen soll, um gemeinsam ein Gestaltungs- und Verkehrskonzept für den Volksdorfer Ortskern zu erarbeiten.

Das Untersuchungsgebiet umfasst den Straßenzug Im Alten Dorf beginnend ab der Kreuzug Dorfwinkel über die Claus-Ferck-Straße bis zum Uppenhof.

Lageplan der Flaniermeile Volksdorf

Im November 2020: Verkehrsbeobachtung im Dorfzentrum mit begleitendem Infostand und Passantenbefragung

  • Intensive Einbeziehung des Gewerbes – incl. Gastronomie und Ärzten etc. sowie der in Volksdorf aktiven Interessensgemeinschaften zur Klärung der Rahmenbedingungen
  • Erarbeitung von Varianten, wie die Straße iin der Probephase gestaltet werden soll
  • Diese Konzept-Varianten werden in einem breiten Beteiligungsprozess diskutiert und weiter mit Ideen von Bürger*innen angereichert.
  • Direkt betroffene Bürger*innen und Gewerbetreibende aus Einzelhandel und Gastronomie sowie Interessierte sollen dabei mitwirken.
  • Alle Ergebnisse werden gesammelt und ausgewertet. Auf dieser Basis entsteht das Gestaltungs- und Verkehrskonzept, in welcher Form die Flaniermeile auf Probe genau ausgestaltet wird.

Zeitlicher Ablauf des Projekts Flaniermeile Volksdorf

Die Pilotphase wird ab April 2022 stattfinden.

Rahmenbedingungen

Ziel der autoarmen Flaniermeile Volksdorf ist es, Verkehre im Projektgebiet auf das Nötigste zu verringern. Zentrale Maßnahme, um das Projektegebiet vorübergehend autoarmer zu gestalten ist, dass die vorhandenen öffentlichen Parkplätze im Straßenraum vollständig entfallen. Dadurch soll der Parksuchverkehr stark reduziert werden. Eine grundsätzliche Durchfahrt mit Kraftfahrzeugen ist weiterhin erlaubt.

Im Detail bedeutet die autoarme Flaniermeile Volksdorf zudem, dass die Anfahrt privater Stellplätze, Anlieferverkehre (zum Beispiel zu Geschäften), die Ver- und Entsorgung (zum Beispiel durch die Stadtreinigung) sowie Hol- und Bringverkehre in hierfür vorgesehenen Bereichen weiterhin möglich ist.

Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, die Aufenthaltsqualität rund um den Straßenzug Im Alten Dorfe und Claus-Ferck Straße zu steigern, um u.a. auch Einzelhandel und Gastronomie zu stärken.

Ja, es wird weiterhin möglich sein, mit dem Auto durch die Straßen zu fahren.

Während der Probe- oder Pilotphase werden analog zu der Grundlagenermittlung Verkehrszählungen und Verkehrsraumbeobachtungen durchgeführt. Befragungen von Anwohner*innen, Gewerbetreibenden sowie Passant*innen werden ebenfalls wieder durchgeführt.

Im Anschluss an die Pilotphase wird der Straßenzug wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Alle gesammelten Daten werden in einem Abschlussbericht ausgewertet (Evaluation). Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird schließlich eine Empfehlung formuliert.

Auf Grundlage des Abschlussberichts wird durch die Politik eine Entscheidung über mögliche dauerhafte Veränderungen getroffen.

Die Rechtliche Grundlage bildet §45, Absatz 1, Nr. 6 der Straßenverkehrsordnung. Hier wird Straßenverkehrsbehörden die Möglichkeit gegeben, Straßenstrecken zu Forschungs- oder Erprobungszwecken umzugestalten.

Beteiligung & Information

Die Bürgerbeteiligung beginnt bewusst vor der Umsetzung der Pilotphase der Flaniermeile. So können Sie Einfluss auf die Ausgestaltung nehmen. Individuelle Anforderungen sollen erkannt und möglichst berücksichtigt werden

Auch soll deutlich werden, was ist hinsichtlich der Verbesserung und Verschönerung des Ortskerns überhaupt erwünscht.

Mit eingebunden sind zahlreiche Akteur*innen, Anwohner*innen sowie Interessengemeinschaften im Stadtteil und ansässige Gewerbetreibende.

Am Ende soll ein breiter politischer Konsens für die Ausgestaltung der Flaniermeile und die eventuelle Verstetigung des Projekts stehen.

Für Anlieger*innen, Gewerbetreibende aber auch interessierte Bürger*innen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung sich im Planungsprozess zu beteiligen:

  • Als Anwohner*in: Teilnahme an Umfragen vor und nach der Pilotphase
  • Als Volksdorfer*in: Teilnahme an Informations- und Beteiligungsveranstaltungen. Einbringen persönlicher Perspektiven, Erfahrungen und individueller Betroffenheit.
  • Als Gewerbetreibende / Einzelhandel etc.: Teilnahme an Umfragen vor und nach der Pilotphase sowie Workshops.
  • Als Einzelperson oder in Gruppen: Gestaltung von Flächen, die nicht mehr zum Parken benötigt werden
  • Als Hamburger*in im Allgemeinen: Teilnehmen und Volksdorf neu erleben
  • Alle Vorort-Termine und Veranstaltungen finden Sie hier.
  • Nicht zuletzt wird es Möglichkeiten geben, sich aktiv an der Umgestaltung der Flächen einzubringen – darüber halten wir Sie auf dem Laufenden.
Alle Rückmeldungen werden gesammelt und ausgewertet. Sie sind Grundlage für die Entscheidung über die Art der Ausgestaltung der Flaniermeile. Die Ergebnisse der Evaluation dienen dann als Grundlage für die politischen Entscheidungen über das weitere Vorgehen.

Vor und während des Projektzeitraums finden Verkehrszählungen und Parkraumerhebungen im Projektgebiet sowie den umliegenden Straßen statt. Mit bewertet werden außerdem Raumbeobachtungen – was passiert im Ortskern? – und die Ergebnisse aus Befragungen und Workshops.

Die Evaluation liefert Erkenntnisse über die Auswirkungen des Pilotprojekts auf die verkehrliche Situation, Nutzungsmuster, die Aufenthaltsqualität im Ortskern sowie zur Zufriedenheit von Anwohner*innen, Gewerbetreibenden und Besucher*innen.

Die Arbeitsergebnisse werden auf der öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt, zudem wird es eine schriftliche Dokumentation veröffentlicht werden, die die Ergebnisse zusammenfasst. Die Veröffentlichung findet online statt.

… und natürlich durch die laufende Berichterstattung in der lokalen Presse!

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